Cholera
In Pemba ist leider wiedermal - obwohl die Regenzeit noch nicht richtig angefangen hat - die Cholera ausgebrochen. Fuer getgenaehrte Weisse mit Zugang zu halbwegs sauberem Wasser kein Problem. Fuer die armen Leute aber schon. Laut Gesundheitsminister ist sie aber "unter Kontrolle" - nicht so in Maputo, der Hauptstadt, wo es bereits Tote gab.
Fotos: der Eidenberger beim Lehren & seine StudentInnen. Eine Kollegin hat das Sakrileg begangen, mich dabei aufzunehmen. Der Student, der die Hand hebt, heisst Nelson - ein sehr guter und eifriger Mann!

3 Comments:
die kollegin im roten shirt schaut ja ganz schön skeptisch...
mir hat eine kollegin aus einem afrikanischen land mal gesagt, dass es so schwierig ist, mit afrikanern zu arbeiten, weil die konflikt-kultur der menschen so anders ist. konkret waren es user tests: die haben einfach nichts anderes sagen können als dass alles super ist, weil man sonst den anderen beleidigt.
bekommst du kritik? wirst du hinterfragt? diskutierst du mit den leuten?
p.p.
... ist es hier in europa so viel anders? kritikakzeptanz?? diskussion?
m.e.c.
gute frage!
zur person: das ist miss joaquina - sie schaut meistens skeptisch, hat aber gutes verstaendnis und den willen, wirklich etwas zu lernen.
zur frage: die kritik funktioniert bei den studentInnen ueberraschend gut. ich mache anonyme evaluierungen einmal im monat (90 teilnehmerInnen, abgabe in eine urne). die studies fuellen im fragebogen aus, wie sie das modul beurteilen. zudem koennen sie auch kommentare abgeben. das feedback ist durchwegs konstuktiv und inhaltlich differenziert - so dass man es tatsaechlich fuer verbesserungen brauchen kann.
persoenliches feedback ist schwerer zu bekommen und haengt wesentlich vom status der person ab. ich habe eine ministertochter - die hat keinerlei probleme, ihren willen kundzutun. auch die tochter aus einer reichen angolanischen industriellenfamilie hat keine probleme mit dem selbstbewusstsein. andere aber kommen - ohne uebertreibung! - zitternd in die sprechstunde und erzaehlen ihr problem so leise, dass ich sie einen meter neben mir kaum verstehen kann. sie haben tatsaechlich angst, ihre meinung zu sagen. mit der zeit wird es aber besser. generell habe ich den eindruck, dass es fuer einen weissen leichter ist, feedback zu bekommen, weil er nicht so sehr als teil der lokalen sozialen hierarchie angesehen wird.
zu europa/afrika (generell ein weites feld, haha...) wuerde ich auch glauben, dass der unterschied im verhalten wohl gar nicht so gross ist. wenn man von jemandem abhaengt, sagt man nur noch sehr ungern seine wirkliche meinung. der unterschied ist wohl mehr in den umstaenden zu finden. otto durchschnittseuropaer ist im allgemeinen weniger abhaengig von anderen als joana durchschnittsafrikanerin. im vorbereitungskurs von HORIZONT3000 habe ich dazu gelernt, dass europaer im durchschnitt 2-3 abhaengige personen haben, afrikaner jedoch 20-25!
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