Legal
Erstaunliche Neuigkeiten: erstmals seit Vertragsbeginn befinde ich mich vollstaendig legal im Land. Letzten Freitag habe ich (nach sieben Monaten Buerokratiebekaempfung und Warten) mein DIRE (Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis fuer Auslaender) bekommen. Dazu musste ich zuletzt zum Grossen Oberboss (GrObe) der Einwanderungsbehoerde und seinen inspirierenden Reden lauschen. Der Grobe wollte meinen Strafregisterauszug nicht akzeptieren, allerdings nicht aus dem verstaendlichen Zweifel, dass kein Mensch in so kurzer Zeit so viel ausgefressen haben kann, sondern weil es sich um ein Fax der Bundespolizei an die Botschaft handelte. Das koenne auch gefaelscht sein. Meinem Argument, dass dieser Reporto Criminal doch sehr den beiden ersten gleiche, die ich frueher schon abgegeben hatte und ich nachweislich seither nicht in Oesterreich gewesen sei und demnach auch dort keine weiteren Verbrechen begangen haben koenne, die nun aufscheinen wuerden, war er (vermutlich aufgrund der Laenge der Beweiskette) nicht zugaenglich. Auch das von mir besorgte und uebersetzte Bundesgesetzblatt zum Strafregistergesetz 1968 fand sein gnaediges Auge nicht. So konkludierte ich nach einer halben Stunde - doch auch schon ein bisserl enerviert -, dass ich dann halt wieder heimfahren muesse und meine lieben StudentInnen hier ja wieder auf das bewaehrte Studienfach Aufs-Meer-Glotzen-und-sich-das-Gesicht-mit-Sand-einreiben umsteigen koennten. Was seinem Auftritt eine erstaunliche Wendung gab: naja, in diesem speziellen Fall und Professor und so, zum Vorteil des Landes blablabla, da koenne man doch dann auch schon mal eine Ausnahme machen, man sei ja auch von Amts wegen an guter Zusammenarbeit investiert und muh miau wuffwuff.
Antisha hat auch wieder was Interessantes erlebt. Wie immer begann es damit, dass sie nicht zur Arbeit erschien (letzten Freitag). Zwei ihrer Schwestern (die eine davon schwanger) waren im Bairro von fuenf Bandidos zusammengeschlagen worden und mussten ins Spital. Zum Glueck keine bleibenden Schaeden. Aber Antisha - resolut wie je - nahm das nicht einfach hin, sondern ging zur Polizei, Anzeige erstatten. Und tatsaechlich hat die amtsgewaltet, die fuenf ausfindig gemacht und unmittelbar drakonisch abgeurteilt: sie muessen insgesamt 320 Meticais Schmerzengeld zahlen. Das sind 9 Euro - ein Wochenlohn.
Antisha selbst traeumt derweil - nach der Anschaffung eines neuen Fernsehers (finanziert durch eine Mikrokredit der Schlomo Itzak Moische Eidenbergerschen Privatbank) - von einem DVD-Player: Das waere schon fein, Patrao. Wir haben naemlich nur zwei Sender und dann koennten wir Filme schauen... Ich habe vorerst mal auf Weihnachten verwiesen.
Ansonsten sind wir mitten in der Trockenzeit und seit ein paar Tagen ohne Wasser. Interessant, wie schnell man sich daran gewoehnt. Habe eine Methode entwickelt, mit einem halben Liter Wasser ein Vollbad zu machen. Zaehle aber schoen langsam meine Hemden. Waschen ist nicht & je Vorlesung schwitze ich eines durch.
Hier noch ein paar Fotos meines buerokratischen Werdegangs hier: Touristenvisum (illegal, weil man damit nicht arbeiten duerfte), Arbeitsvisum (illegal, weil ich mich zu seinem Erwerb als in Simbabwe ansaessig ausgeben musste), DIRE-Antrag (illegal, weil im Juli abgelaufen) und schliesslich das heilige Dokument selbst. Manche KollegInnen meinen auch, ich haette kein so altes Foto verwenden sollen. Das sei meiner Sache nicht foerderlich gewesen.




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