As crianças...
Zur Zeit gibt's auf Radio Mosambik eine Aktion, deren Inhalt ist, Kindern doch das Spielen zu erlauben - es sei wichtig fuer die Persoenlichkeitsentwicklung...
Hintergrud ist, dass die allermeisten Kinder mit dem Laufen in den Arbeitsprozess eintreten. Es gibt kaum Mechanisierung im Haushalt, nur wenige Jobs fuer die Erwachsenen und viele Eltern koennen sich die Schule sowieso nicht leisten. Kosten entstehen hier fuer die Schuluniform (diese sollte alle SchuelerInnen gleich machen, erzeugt aber leider auch mit die beiden Gruppen der SchuelerInnen und NichtschuelerInnen) und Lernmaterialien.
Das Schulsystem waere an sich dreiteilig: 6 Jahre Primaria, 6 Jahre Secundaria, 4 Jahre Licenciatura (Studium). Die Inhalte und Gewichtungen entsprechen weitgehend den bei uns üblichen. Hauptprobleme des Schulsystems sind Lehrermangel aufgrund von Wegsterben durch AIDS, Korruption (Zahlen fuer Pruefungserfolge scheint, so sagen alle Einheimischen, die ich gefragt habe, obligatorisch zu sein), Fernbleiben von SchuelerInnen aufgrund von Kosten und Arbeiten-Müssen, sowie - als spezifisches Frauenproblem - das Nichterlauben des Schulbesuchs fuer Maedchen durch die Eltern. Dieses kann u.a. zwei Gruende haben: (1) die Eltern sehen die Kosten-Nutzen-Relation nicht (zum Heiraten, Kinderkriegen und Geschlagenwerden braucht man keine Schulbildung - das geht sogar wesentlich besser ohne) und/oder (2) die Angst vor den Lehrern. Uneheliche Kinder von Lehrern und/oder HIV-Infektionen von Schuelerinnen durch Lehrer scheinen häufig vorzukommen, sagt man.
Ein weiteres Kinderproblem ist die kaum stattfindende Erziehung durch die Eltern. Kinder scheinen vor allem zum faktischen Existieren, Arbeiten und als Teil der persoenlichen Ehre wichtig zu sein. Weitergehende Plaene scheint nur eine Minderheit der Elternschaft zu haben. Resultate sind die Bevoelkerungsexplosion (von 10 auf 20 Millionen Menschen innerhalb einer Generation) und die wohlbekannten sozialen Konflikte.


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