FIPAG lottery
FIPAG ist das mosambikanische wasserwerk. als "FIPAG lottery" pflege ich die monatlichen abrechnungen zu bezeichnen. die zahlen auf diesem zettel folgen keinerlei gesetzmaessigkeiten. diesen monat wollen sie 140 meticais von uns (sieben wohneinheiten), letzten monat wollten sie 3200. davor gar nix und wiederum davor 8900. mein dafuer verantwortlicher nachbar macdonald rauft sich die (nicht vorhandenen) haare.
zum vergleich, 8900 meticais ist in etwa, was macdonald als "head of department" fuer englisch im monat verdient. um so viel wasser zu verbrauchen, muessten wir (alle sieben) 24 stunden am tag vollbaeder nehmen und das wasser alle 20 minuten wechseln. das habe ich den lustigen kollegen von der FIPAG-zentrale mal vorgerechnet, was aber keine verhaltensaenderung bewirkt hat - was mich wiederum wenig ueberrascht hat. also machen wir es wie alle anderen auch und zahlen einfach nicht.
andere geschichte: atija (empregada) ueberrascht mich (patrao) mit religioesem pragmatismus. an sich ist sie protestantin und hasst zumindest die katholen leidenschaftlich. nun kommt sie aber letztens zum dienst und meint:
empregada: waere wiedermal zeit zum waschen...
patrao: wieso, ich hab doch ueberhaupt nix schmutziges?
empregada: aber ich.
(holt schmutzige schuluniformen aus einem plastiksack - sie waescht gern mal im dienst, weil man dann die seife und das wasser vom patrao benutzen kann. ausserdem kann man dann mit den anderen heimwerktaetigen damen tratschen. ich stelle fest, dass die uniformen gruen sind.)
patrao: ah, schulanfang! gehst du jetzt in die berufsschule?
(die haben gruene uniformen)
empregada: noe, in die islamische schule.
(die haben auch gruene uniformen. die islamische schule ist eine normale sekundarschule fur muslime.)
patrao (erfreut, belustigt): hoppala, ploetzlicher konfessionswechsel?
empregada (leicht stinkig): nein, die ist einfach naeher als die andere.
patrao (schadenfroh nachbohrend): aber bist du nicht eigentlich christin?
empregada (unwirsch): das iss meinen beinen doch wurscht.
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foto: nachbar macdonald (im cashewbaum sitzend) und nachbar gente (tourismus) ins gespraech vertieft (noch vor der regenzeit), waehrend wir auf den bus warten.

2 Comments:
... und wie hoch sind eigentlich die stromrechnungen?
hat Atijas hütte den regen überstanden und was ist mit ihrer tv?
greetings
Ole, Nana & Co.
ja, ihrer huette gehts bestens. sie hat jetzt ein schickes blechdach. keine ahnung, wer das geloehnt hat... der fernseher ist leider schon wieder hin. das liegt am von edm gelieferten spitzenstrom, der mich im monat ca. 250 meticais kostet (ca. 10 eurocent die kilowattstunde).
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